Ist es unhöflich, seinen Staubsaugerroboter anzustellen und laufen zu lassen, wenn kurz darauf die Putzkraft kommt? Diese Frage stellte Jan Böhmermann in seinem Podcast mit Olli Schulz “Fest & Flauschig”. Da er selbst keine Antwort darauf hatte, gab er die Frage an Dr. Dr. Rainer Erlinger weiter, der im Süddeutsche Zeitung Magazin regelmäßig die sogenannte “Gewissensfrage” beantwortet (sz-magazin.sueddeutsche.de)

In seiner Antwort sprach dieser dann den Konflikt zwischen Modernisierung und der Abschaffung von Arbeitsplätzen an. Bemerkt dabei aber auch, dass es bei der Staubsaugerfrage darum geht, dass eintönige Arbeiten von einem Roboter abgenommen werden und man sich somit auf andere Dinge konzentrieren kann. So muss die Putzfrau zwar nicht mehr staubsaugen, kann aber in dieser Zeit auch andere Dinge erledigen, die von einem Roboter im Haushalt noch nicht bewerkstelligt werden können.

Wenn man nun allerdings das vorliegende Szenario weiterspinnt, stellt sich einem recht schnell die Frage, ob, und wenn ja, wann es soweit sein wird, dass Roboter uns nicht nur das Staubsaugen abnehmen, sondern auch andere Dinge und somit immer mehr Arbeitsplätze obsolet werden. Modernisiert sich die Menschheit also selbst die Arbeit weg? Wäre ja auch nicht das erste Mal, dass menschliche Arbeitskräfte aufgrund von Modernisierung wegfallen und Arbeitgeber fragen, im Gegensatz zu Jan Böhmermann, nicht nach Höflichkeit.

Werden wir bald von künstlicher Intelligenz abgelöst?

Künstliche Intelligenz ist in aller Munde. In keinem Bereich wurde in den letzten Jahren so viel geforscht und entwickelt, wie hier. Sie kann uns das alltägliche Leben enorm erleichtern. Wir müssen nicht mehr selbst staubsaugen und der Kühlschrank kauft für uns ein, wenn etwas ausgeht. So können wir unsere Zeit anders nutzen. Künstliche Intelligenz kann aber auch Arbeitsplätze ersetzen oder im Krieg so eingesetzt werden, dass erhebliche Schäden entstehen. Ist unsere Gesellschaft bereit für eine solche Veränderung und können wir damit schon verantwortungsbewusst und vorausschauend umgehen? Gründer und CEO von Sinovation Ventures, Kai-Fu Lee, sagt: Nein. In einem Kommentar auf heise.de merkt er an: “Egal was Ihnen jemand sagt: Wir sind nicht bereit für die massiven gesellschaftlichen Umwälzungen, die künstliche Intelligenz mit sich bringen wird.” (heise.de)

Zum Beispiel beim Thema “autonomes Fahren”. Einfach in ein Auto einzusteigen und sicher zum Zielort gebracht zu werden, ohne selbst fahren zu müssen klingt verlockend bequem. Jedoch scheint die Technologie noch nicht ausgereift zu sein, was jüngst der Unfall, bei der eine Fußgängerin ums Leben kam, zeigte.

Doch wenn unsere Autos plötzlich selbst fahren, was passiert dann mit Taxifahrern oder LKW-Fahrern? Die Zahlen einer Studie vom Future of Humanity Institute an der University of Oxford sind erschreckend. Schon 2053 sollen Roboter chirurgische Arbeiten besser bewerkstelligen können als Chirurgen selbst und die Zahlen der Studie sollen mittlerweile auch schon überholt sein (heise.de). Lee`s Antwort auf dieses Problem ist es, nicht die Augen zu verschließen und jetzt schon über die Zukunft nachzudenken: “Diese Umwälzungen werden kommen, und wir müssen die Wahrheit und die ganze Wahrheit sagen. Wir müssen Jobs finden, die die KI nicht erledigen kann, und die Leute dafür ausbilden. Wir müssen die Bildung neu erfinden.“

 

Diskussion:

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Artikel: Viele Menschen haben Angst vor der künstlichen Intelligenz. Um der Hochtechnologie trotzdem zum Durchbruch zu verhelfen, will die Industrie putzige Roboter in Familien schleusen. Eine Mission mit Risiken. Welt.de berichtet.