Ihre digitalen Kompetenzen schätzen Menschen zwischen 16 und über 65 Jahren selbst als im Durchschnitt gerade einmal „befriedigend“ ein. Das ist das Ergebnis einer Studie zur digitalen Teilhabe anlässlich des ersten bundesweiten Digitaltags am 19. Juni. Ältere wie jüngere Befragte bewerten ihre eigenen Digitalkompetenzen zurückhaltend. Zwar hat sich das Ergebnis im Vergleich zur Erstbefragung im September 2019 von “ausreichend” (3,6) auf knapp “befriedigend” (3,3) verbessert, die selbstkritische Haltung der Befragten wird durch Einzelantworten aber klar bestätigt. 40 Prozent bekräftigen, auftretende Fehlermeldungen auf ihren Geräten nicht einordnen zu können. 35 Prozent können nicht alleine Apps bzw. neue Programme auf ihren Geräten installieren. Laut Studie sehen 58 Prozent der Befragten komplizierte Bedienungsanleitungen und fehlende Unterstützung bei technischen Fragen oder Problemen (56 Prozent) als Hemmniss, unverständliche Angaben zum Datenschutz nennt jeder Zweite (53 Prozent).

Studie zum Digitaltag

Das Thema “Digitalisierung im gemeinnützigen Sektor” wird in Deutschland immer noch vernachlässigt. Das zeigt der Digitalreport 2020. Im November 2019 wurden dazu über 5.000 Non-Profit-Organisationen (Vereine, Verbände, Stiftungen) zu ihrem digitalen Status Quo zu technischer Ausstattung, IT-Kosten und -Investitionen sowie digitale Kompetenzen und Strategien befragt. Die Ergebnisse zeigen, wie weit die Digitalisierung in diesem Bereich noch hinterherhängt: Nur 14 Prozent der NPOs bilden laut der Studie ihre Mitarbeiter zu IT- und Digitalisierungsthemen weiter. 47 Prozent der NPOs rüsten ihre IT-Budgets derzeit nicht auf.

Die Studie wurde vor der Corona-Krise durchgeführt, was die Ergebnisse noch deutlich dramatischer erscheinen lässt. Die Macher der Studie schließen deshalb daraus, dass die Folgen der Corona-Krise es Non-Profit-Organisationen noch schwerer machen, Spenden, Förderer oder Mitglieder zu gewinnen.

Digitalreport 2020