Vor ein paar Tagen machte ich mit meiner Freundin eine unglaubliche Entdeckung! Wir recherchierten mit unseren Laptops für den bevorstehenden Sommerurlaub. Auf ein Ziel hatten wir uns bereits geeinigt: Auf eine der griechischen Inseln sollte es gehen. Prompt wurden uns die ersten Angebote angezeigt. Ganz oben stand ein Flug mit Lufthansa. Meiner Freundin wurde auf ihrem Windows-Laptop hingegen an erster Stelle ein deutlich günstigerer Eurowings-Flug angezeigt. Wir gingen parallel auf die Seite von Eurowings, um zu schauen wie der Preis der Flüge in unserem Urlaubszeitraum ist. Gleicher Tag, gleiche Uhrzeit und noch 15 Plätze frei in der Maschine. Aber auf meinem war der Flug 40 Euro teurer.

Wie konnte das sein? Entscheidet mein Betriebssystem – Windows oder Apple – wie ein Rechercheergebnis nach einem Flug aussieht und welchen Preis ich bei der Online-Buchung bezahle?

Privatsphäre:

Nach seinem umstrittenen „Anti-Hate-Speech-Gesetz“ will Bundesjustizminister Heiko Maas nun gegen den „Einsatz diskriminierender Algorithmen“ und Scoring vorgehen und „vorurteilsfreies Programmieren fördern.“ Um das zu erreichen, fordert er ein digitales Anti-Diskriminierungsgesetz (heise.de).

Doch ist das der richtige Ansatz? Wer hat eigentlich die Macht über Algorithmen? Doch eigentlich die Programmierer. Und diese wiederum werden von den profitgesteuerten Unternehmen instruiert Algorithmen so zu programmieren, um den größtmöglichen Profit zu bringen: „Wenn Diskriminierung schlicht erwünscht ist, weil es das eigene Geschäftsmodell unterstützt, hat das nichts mit Vorurteilen (…) der Programmierer zu tun.“ (faz.de)

Sollte also stattdessen die Verantwortung ausschließlich bei den Unternehmen gesucht werden? Und wie kann ich mich als Nutzer vor diskriminierenden Algorithmen und davor, aufgrund meines Verhaltens im Netz in eine bestimmte Schublade gesteckt zu werden, schützen?

Diskussion:

Artikel: „Wie man ein Imperium der Algorithmen beherrscht: Soziale Netze hinter Facebook.“ (Quelle: netzpolitik.org)

Artikel: Ist staatliches Eingreifen, um gegen diskriminierende Algorithmen seitens der großen Unternehmen vorzugehen, der richtige Weg? Der Vorschlag des Bundesjustizministers einer Digitalagentur stößt auf Kritik. (Quelle: zeit.de)

Artikel: „Wie mache ich mich unberechenbar? Wer seine Identität und seine Kaufabsichten verschleiern möchte, kann versuchen, falsche Fährten zu legen.“  (Quelle: e-fellows.net)

Artikel: Big Brother: Wie China seine Bevölkerung anhand der persönlichen Internetnutzung mit Hilfe von Rankings diskriminiert. (Quelle: cnbc.com)

 

Beitrag aus dem Newsletter:
Digital:Gut:Leben 17/07