Ein Promi? Nein, nur gekaufte Aufmerksamkeit [Screenshot von YouTube, UCLA]

Im Internet Lügen zu verbreiten ist ein Kinderspiel. Die Geschehen auf der Straße zu manipulieren ist jedoch auch nur unwesentlich schwerer, wenn man etwas Budget zur Verfügung hat. Die SZ beschreibt, wie eine US-amerikanische Agentur Menschenmengen auf Bestellung organisiert: So kann man sich selbst wie ein Filmstar von vermeintlichen Fans und Paparazzi umgeben lassen – oder einer politischen Forderung durch gekaufte Demonstrationen Gewicht verleihen. Trump macht das selbstredend auch so. Die SZ fragt: „Wie soll man wahrhaftig berichten, wo die Realität immer fiktionaler wird?“

Dass auch angesehene Medien voller Täuschungen sein können, wurde im Dezember letzten Jahres beim „Fall Relotius“ deutlich. Intern im Spiegel läuft noch immer die Aufarbeitung, wie der interne Kontrolle jahrelang versagen konnte. Bei einem Treffen von Journalisten in diesem Monat herrschte generell Verunsicherung, wie so etwas künftig vermieden werden kann. Eine Frage ist, ob das Format Reportage an sich zu Ausschmückungen verleitet: Damit jede Reportage eine spannende Geschichte erzählt, ist die Versuchung für Autor*innen groß, von der Realität abzuweichen.