Jetzt ist sie gelaufen – die Bundestagswahl 2017! Das Ergebnis dürfte die Debattenkultur im Bundestag nachhaltig verändern. Häufig hörte ich in den letzten Tagen: „Endlich verschwinden die Wahlplakate wieder“. Wahlplakate verfolgten uns die letzten Wochen auf Schritt und Tritt. Doch wie steht es eigentlich um die Wahlwerbung im Internet und auf sozialen Plattformen? Haben wir diese auch so bewusst und differenziert wahrgenommen, wie die Werbung für Konsumartikel? Man sucht über Amazon nach Fahrrädern, klickt mal eben hinüber zu Facebook und stößt dort unvermittelt auf Fahrradwerbung. Bei Konsumartikeln fällt einem das sofort auf, da es klar als Werbung zu erkennen ist. Das ist bei politischer Werbung anders. Ich erinnere mich, dass ich einmal ein „Like“ zu einem coolen Spruch eines Politikers setzte und mir im Anschluss über einen längeren Zeitraum hinweg ständig Links zu dessen Redebeiträgen oder zu positiven Presseartikeln über ihn angezeigt wurden. Wäre mir nicht bewusst gewesen, dass es so eine Personalisierung der Inhalte gibt, hätte ich das dann überhaupt bemerkt?

Ist es möglich, dass wir durch die sozialen Medien stärker beeinflusst wurden, als wir denken und auch in Zukunft noch werden?

Big Data
Der Browserverlauf und Metadaten sagen mehr über Personen, die sich im Internet bewegen aus, als diese vielleicht vermuten. Denn oft bekommen wir als Nutzer nichts davon mit wie an unsere Daten angepasste Algorithmen unser Leben unterbewusst prägen. Dabei kann es sowohl um persönliche Bedürfnisse, als auch um Meinungen zu bestimmten Sachverhalten gehen. Das heißt Algorithmen „selektieren, sortieren und bewerten, welche Inhalte und Informationen für uns relevant sind.(scout-magazin.de) Jüngst im Hinblick auf die Bundestagswahl wurde auch die Manipulationsgefahr der Wähler durch Algorithmen im Netz stark diskutiert. Denn auch hier nehmen soziale Netzwerke eine große Rolle in der möglichen Beeinflussung der Wähler ein (netzpolitik.org).

Was passiert da eigentlich genau? Inwiefern sind wir dadurch, dass uns vorausgewählte Inhalte angeboten werden, manipulierbar? Und eine der wichtigsten Fragen: Gibt es eine Möglichkeit aus dieser sogenannten Filterblase als Nutzer des World Wide Web herauszukommen?

Diskussion:

Artikel: Herkömmliche psychometrische Persönlichkeitstests, bei denen die Befragten zu bestimmten Themen ihre Meinung sagen sind aufwendig. „Nun aber revolutioniert das Internet die Psychometrie: Es liefert genügend Daten, sodass die Leute gar nicht mehr explizit antworten müssen.“ (Quelle: deutschlandfunk.de)

Artikel: Nach der Wahl ist vor der Wahl: „Digitale Demokratie – IT verändert den Wahlkampf und die Meinungsforschung.“ (Quelle: heise.de)

Hintergrundinfos:

Artikel „Wie geht´s raus aus der Facebook-Filterblase?“ (Quelle: ndr.de)

Praxistest: „Ungefiltert: Wie sieht die Welt für jemand anderen aus?“ (Quelle: funk.net)

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